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Stellungnahme des Vorstands und des Aufsichtsrates der WSG zum Ratsbeschluss der Stadt Dülmen

Der Rat der Stadt Dülmen hat auf Antrag der SPD-Fraktion in seiner Sitzung am 19.03.2020 mehrheitlich folgenden Beschluss gefasst:

"Die Stadt Dülmen nimmt mit den beteiligten Kommunen sowie den weiteren Mitgliedern an der Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft für den Kreis Coesfeld e.G. (WSG) Gespräche mit dem Ziel einer Fusion/Verschmelzung dieser Genossenschaft mit der WohnBau Westmünsterland e.G., Borken, nach dem Umwandlungsgesetz (UmwG) auf."

Zur Begründung ihres Antrags wird von der SPD-Fraktion aufgeführt, dass die WSG zu klein sei, um größere Impulse für den Wohnungsmarkt in Dülmen zu leisten. Die Wohnbau Westmünsterland e.G. sei aufgrund ihrer Größe für ein aktives Engagement in Dülmen besser geeignet. Darüber hinaus könnten die Investitionsplanungen und die Kosten der Betreuung des Wohnungsbestandes optimiert werden.

Vorstand und Aufsichtsrat der WSG nehmen zu diesem Beschluss wie folgt Stellung:

Die WSG ist seit 1950 ein verlässlicher Partner für die Stadt Dülmen. Der Einfluss der Vertreter aus der Stadt Dülmen hat sich immer in der Geschäftspolitik der WSG widergespiegelt. Dabei haben Aufsichtsrat und Vorstand stets gemeinsam und einvernehmlich das Ziel und den Auftrag der Genossenschaft verfolgt, preisgünstige Wohnungen zu errichten und dies in einer Vielzahl von Wohnungsprojekten im öffentlich geförderten und preisgünstigen Wohnungsbau umgesetzt.
Mit zurzeit 454 Wohneinheiten ist die WSG eine der größten Anbieter von Wohnraum in Dülmen und hat damit erheblichen Einfluss auf den sozialen Wohnungsmarkt. Diese 454 Wohneinheiten bedeuten einen Anteil von 6,7 % an Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Zum Vergleich liegt dieser Anteil bei dem großen städtischen Wohnungsunternehmen in Münster nur bei 5,6 %.

Und nicht nur in Dülmen, auch in Billerbeck und Coesfeld ist der Einfluss auf ein angemessenes sozialverträgliches Wohnungsangebot vergleichbar groß. Auch für diese Städte gilt, dass mit der WSG die städtischen wohnungspolitischen Interessen unterstützt werden konnten. Aktuell werden in allen drei Städten preisgünstige Wohnungen in einer Größenordnung von über 100 geplant und gebaut.

Für die Investitionstätigkeit stehen der Genossenschaft aufgrund langjähriger, verlässlicher Geschäftspolitik in angemessenen Umfang Eigenmittel zur Verfügung. Durch die Tochtergesellschaft WSG GmbH ist die Genossenschaft darüber hinaus in der Lage, auch innovative und anspruchsvolle Projekte zu realisieren. So hat die WSG GmbH an der Billerbecker Straße zusammen mit dem Träger Alexianer eine der ersten Wohngruppen für an Demenz erkrankte Menschen im Kreis Coesfeld geschaffen. Die WSG ist engagierter Partner bei dem Leuchtturmprojekt IGZ / einsA. Die Siedlung Dalweg wurde vom Land NRW mit dem Landespreis Architektur ausgezeichnet.

Dieses Engagement zeigt sich nicht nur im Neubau, sondern auch in der Instandhaltung und Modernisierung des Wohnungsbestands. Zum Wohle der Mieter investiert die WSG regelmäßig Millionenbeträge in den Bestand. Denn die Genossenschaft ist in erster Linie ihren Mitgliedern und damit Eigentümern, nämlich ihren Mietern verpflichtet.

Durch eine Vielzahl von Maßnahmen, die von der energetischen Ertüchtigung der Häuser, dem Abbau von baulichen Barrieren, der Aufwertung des Wohnumfelds bis hin zu neuen Angeboten der Nahmobilität und der Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens reichen, können unsere Mieterinnen und Mieter sicher und zufrieden in ihren attraktiven Wohnungen leben. Und das soll auch in Zukunft so bleiben. Deshalb muss sich keine Mieterin und kein Mieter Gedanken über Veränderungen machen, sondern kann sich weiterhin über günstige und bezahlbare Mieten freuen, die mit 4,96€/m² (2018) weit unter den Angebotsmietpreisen von 6,31€/m² (2017) in Dülmen oder auch von 6,55€/m² (2017) in Coesfeld liegen. 

Eine Fusion mit der Wohnbau Westmünsterland e.G. bringt weder für die Investitionen in den Städten Coesfeld, Dülmen und Billerbeck einen Vorteil noch den Mitgliedern der Genossenschaft. Der Vorteil einer Wohnungsgenossenschaft in der Größe der WSG ist gerade die Nähe zu den Mietern und die vertiefte Kenntnis der örtlichen Situation. Das kann eine größere Gesellschaft in dieser Form nicht leisten, da ihr Wirkungsbereich größer ist und sie auch andere Städte im Rahmen von sozialem Wohnungsbau zu berücksichtigen hat. Gerade die Größe der WSG macht es möglich, auf Bedarfe der BürgerInnen der Städte Dülmen, Coesfeld und Billerbeck schnell und abgestimmt zu reagieren.

Die WSG ist straff organisiert und hat nur einen kleinen Verwaltungsapparat. Von daher wird es durch eine Fusion auch keine Kosteneinsparungen geben können.

Eine Zusammenarbeit ist bei größeren Projekten immer dann, wenn dies sinnvoll war, von der WSG praktiziert worden. So haben sich die WSG, die Wohnungsgesellschaft Münsterland mbH u. a. bei den Projekten Druffels Park in Coesfeld und Altes Freibad in Coesfeld gemeinsam engagiert. Mit den Projekten An der Wette (WSG eG) und Bischof-Kaiser-Straße (WohnBau Borken) sind auch in Dülmen parallel zwei große Wohnungsbauprojekte geplant und in Umsetzung. Gerade durch die gemeinsame, gleichzeitige Handlungsweise zweier potenter Investoren wird der Standort Dülmen profitieren.

Aus den dargelegten Gründen sprechen sich Vorstand und Aufsichtsrat einvernehmlich gegen eine Fusion der WSG mit der Wohnbau Westmünsterland e.G. aus. Eine Fusion ist auch für die Gremien der Wohnbau Westmünsterland e.G. kein Thema. Die Mieter und Mieterinnen werden auch zukünftig auf die bewährten und verlässlichen Leistungen der WSG vertrauen können.

02541 96600-14

Vermietung: Frau Roters

02541 96600-11

Buchhaltung: Frau Natrup

02541 96600-12

Instandhaltung: Herr Rudde

SOS
02541 970 338 - Fa. Wigger für Coesfeld, Billerbeck
0176 433 54 321 - Fa. SHK für Dülmen